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Folgen der Gesundheitsreform: Mukoviszidose e.V. kooperiert online mit niedergelassener Apotheke
26. Juli 2005: Neue Internet-Apotheke geht unter www.muko.info/apotheke ins Netz
Der Mukoviszidose e.V. ging am Dienstag mit einer Internet-Versandapotheke auf www.muko.info/apotheke online. Die Patientenorganisation kooperiert dabei mit einer in Deutschland niedergelassenen Apotheke. „Mit der neuen Versandapotheke werden wir die schweren Belastungen mildern, die Mukoviszidose-Patienten durch die Nicht-Erstattung von nicht-verschreibungspflichtigen aber lebensnotwendigen Medikamenten, wie dem Vitamin E, entstehen“, sagt Andreas Reimann, Geschäftsführer des Mukoviszidose e.V.
Neuer Service für Mukoviszidose-Betroffene
Genau diese Medikamente können die Betroffenen jetzt mit Rabatten von mindestens 15 Prozent bei der neuen Versandapotheke bestellen. Mit dem sicheren, in Deutschland angesiedelten, Online-Service setzt der gemeinnützige Verein neue Maßstäbe in der Versorgung der Patienten. Darüber hinaus können die Betroffenen - allerdings ohne Rabatt - alle weiteren Medikamente ebenfalls bequem über die Online-Versandapotheke beziehen. "Unser Kooperationspartner ist die Schiller-Apotheke in Frankfurt. Dort weiß man um die Besonderheiten der Seltenen Krankheit Mukoviszidose", versichert Dr. Andreas Reimann.
Qualität der Versorgung verbessern
Immer noch ist jeder Dritte, der heute an Mukoviszidose stirbt, ein Kind oder ein Jugendlicher. „Die Qualität der Mukoviszidose-Behandlung zu erhöhen, das ist eines unserer ersten Ziele. Denn unsere Vision ist: ´Kein Kind darf mehr an Mukoviszidose sterben´. Um das zu erreichen, ist es nötig neue Wege zu gehen. Als ´Patientenorganisation neuen Typs´ beschränken wir uns nicht darauf, Missstände anzuprangern und Verbesserungen zu fordern. Wir ergreifen selbst die Initiative, um etwas für die Betroffenen zu erreichen“, meint Dr. Andreas Reimann. Erst die Gesundheitsreform von 2003 hatte die Kooperationen mit Versandapotheken möglich gemacht. „Selbstverständlich ist es aber auch unsere Aufgabe, die politischen Bemühungen um eine Ausweitung der Erstattungsfähigkeit konsequent voranzutreiben“, kündigt Reimann an.
Mukoviszidose ist eine genetisch bedingte Stoffwechselerkrankung. In Deutschland leben rund 8.000 Menschen mit der bis heute unheilbaren und tödlichen Krankheit. Durch eine Störung des Salz- und Wassertransports in die Körperzellen bildet sich zähflüssiger Schleim. Organe wie die Lunge oder die Bauchspeicheldrüse werden so irreparabel geschädigt.
Quelle: ZVK
| Zur Rose Versandapotheke ab sofort Exklusiv-Partner von AOL |
| 04.07.2005 - 09:38 Uhr |
Hamburg / Halle (Saale) (ots) - Ab 1. Juli ist die Zur Rose |
Den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich ist der Versandhandel mit Arzneimitteln nach Deutschland erlaubt
Diese Feststellung trifft das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung (BMGS) in einer heute im Bundesanzeiger veröffentlichten Übersicht. Das Arzneimittelgesetz verpflichtet das BMGS, regelmäßig eine Übersicht über die Mitgliedstaaten der Europäischen Union und die anderen Vertragsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums zu veröffentlichen, in denen für den Versandhandel und den elektronischen Handel mit Arzneimitteln dem deutschen Recht vergleichbare Sicherheitsstandards bestehen. Diese Standards regelt das Apothekengesetz.
Das BMGS hat auf der Grundlage einer europaweiten Erhebung festgestellt, dass zurzeit
• in den Niederlanden und
• im Vereinigten Königreich
für den Versandhandel und den elektronischen Handel mit Arzneimitteln dem deutschen Recht vergleichbare Sicherheitsstandards bestehen. Für die Niederlande gilt dies, soweit Versandapotheken gleichzeitig eine Präsenzapotheke unterhalten.
Apotheken aus anderen als den genannten Staaten, in denen diese Vergleichbarkeit derzeit nicht besteht, können eine Versandhandelserlaubnis für Arzneimittel nach dem Apothekengesetz beantragen.
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| Viagra-Tabletten in verschiedenen Größen Foto: dpa |
Erst kürzlich befand die Stiftung Warentest, die pharmazeutische Beratung bei Versandapotheken sei "mangelhaft". Die Tester fragten beispielsweise nach der Verträglichkeit von Anti-Baby-Pille und Johanniskraut. Kaum eine der befragten Versandapotheken wies darauf hin, daß Johanniskraut die Wirkung der Pille schwächen und so zu einer ungewollten Schwangerschaft führen kann. Auch DocMorris nicht, die nach eigenen Angaben größte Versandapotheke in Europa.
"Dieses Ergebnis hat uns aus dem Dornröschenschlaf geweckt", gibt Ralf Däinghaus, Doc-Morris-Gründer und Vorstandschef, offen zu. Alle Berater seien zwar ausgebildete pharmazeutisch-technische Assistenten oder Apotheker, aber Fehler passierten. "Nach diesem Ergebnis haben wir weitere Fachleute gebeten, uns zu testen, um möglichst alle Mängel zu beseitigen", sagt Däinghaus.
Der 38jährige ist Kritik an DocMorris mittlerweile gewohnt. Im Juni 2000 wurde DocMorris mit Sitz im niederländischen Heerlen gegründet. Schon kurz danach erhob ein Apothekerverband nach dem anderen Anklage. Damals war Internethandel für Apotheken in Deutschland noch verboten. Und einige deutsche Apotheker fühlten sich von dem Versandhandel aus den Niederlanden nach Deutschland bedroht.
Denn DocMorris bot sowohl rezeptpflichtige, als auch rezeptfreie Medikamente günstiger an, und die Gegner wollten den Versandhandel gerichtlich verbieten lassen. Dabei beträgt der Anteil von DocMorris gemessen am Gesamtumsatz aller deutschen Apotheken nur 0,3 Prozent. "Ein Argument war immer, die Arzneimittelsicherheit sei nicht gewährleistet", sagt Däinghaus, "und damit wurden die Niederlande zur Bananenrepublik erklärt. Dabei gilt in den Niederlanden zudem das strenge Vier-Augen-Prinzip, das auch wir anwenden. Jedes herausgesuchte Medikament wird von einem zweiten Apotheker noch einmal mit dem Rezept verglichen, ob es auch das richtige ist."
Die gerichtlichen Auseinandersetzungen gingen sogar bis zum Europäischen Gerichtshof. Der gab DocMorris aber recht und bestätigte damit insgesamt den Versandhandel für Arzneimittel.
Seit Inkrafttreten der letzten Gesundheitsreform am 1. Januar 2004 ist nun auch in Deutschland der Handel mit Medikamenten über das Internet erlaubt. Dennoch wird der Firmensitz von DocMorris nicht von den Niederlanden nach Deutschland verlagert. "Denn als AG dürfen wir in Deutschland keine Apotheke betreiben. Würde sich das ändern und die Monopolpreise fallen, dann würden wir nach Deutschland kommen. Diese Option gibt es", sagt der Wahl-Düsseldorfer und gebürtige Wipperfürther. Verlockende Aussichten angesichts der Lage am Arbeitsmarkt.
"Ich hoffe auf baldige Neuwahlen, denn je früher die Wahl kommt, desto früher kommt die neue Gesundheitsreform", sagt Däinghaus und hofft auf weiteres Aufbrechen der verkrusteten Strukturen im Apothekerwesen. Daß eine Apotheke immer noch als Personengesellschaft sein muß und von einem Apotheker geführt werden muß, beurteilt Däinghaus als "unglaubliche Wachstums- und Innovationsbremse".
Auch die Anzahl der Apotheken prangert Däinghaus an. Es gibt in Deutschland derzeit etwa 21 000 Einzelapotheken. "An jeder Straßenecke sehe ich eine Apotheke, das geht über den Versorgungsanspruch hinaus. So erklären sich auch die hohen Apotheker-Preise, damit eben jeder etwas verdient. Für die Beitragszahler ist das eine Katastrophe", befindet Däinghaus.
Hauptkunden von DocMorris sind chronisch kranke Patienten, die schon im voraus wissen, welche Medikamente sie benötigen. "Und sie sparen gern ein paar Euro bei uns", sagt Däinghaus zu dem Modell, daß DocMorris einen Teil der Zuzahlungen für den Patienten übernimmt und daher auch "Pillen-Aldi" genannt wird.
DocMorris zählt derzeit etwa 600 000 Kunden. Zwischenzeitlich führten Anstürme von Neukunden auch zu Versorgungsengpässen. "Gerade in der Anfangszeit waren wir punktuell überlastet", sagt Däinghaus. Wenn festgestellt wurde, daß ein Medikament nicht schnell geliefert werden konnte, wurde das Rezept zurückgeschickt, damit der Kunde sein Präparat in der Apotheke besorgen konnte: "Dadurch haben wir damals natürlich Umsatz eingebüßt, aber uns erschien das die fairste Methode. Wenn wir nicht wie versprochen liefern können, müssen wir dafür sorgen, daß die Patienten dennoch ihre Medizin bekommen."
DocMorris beschäftigt mittlerweile 330 Mitarbeiter und machte im Jahr 2004 einen Umsatz von 130 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im Jahr 2001 lag der Umsatz bei fünf Millionen Euro. 90 Prozent aller von DocMorris abgegebenen Medikamente gehen nach Deutschland. Die restlichen zehn Prozent teilen sich die Nachbarstaaten. Absoluter Bestseller ist das Potenzmittel Viagra. "Unsere Kunden, die Viagra bestellen, schätzen vor allem die Diskretion", weiß Ralf Däinghaus.
Trotz der schwierigen Startbedingungen und der vielen Termine bei Gericht sagt Ralf Däinghaus heute: "Ich bin stolz, daß wir gezeigt haben, es geht auch anders und billiger. Die Apotheker-Preise müssen nicht sein. Es sind Monopolpreise, und die liegen üblicherweise am oberen Ende. Diese Tatsache schadet damit dem gesamten Gesundheitssystem."
Weitere Markteintritte in anderen Länder sind seitens DocMorris allerdings derzeit nicht geplant. "Denn dann müßten wir ja die ganzen gerichtlichen Kämpfe noch einmal von neuem durchfechten", erklärt Ralf Däinghaus.
Artikel erschienen am 26. Juni 2005
in: Welt am Sonntag
Kaufmännische Krankenkasse und Sanicare kooperieren bei Online-Medikamentenshop - KKH will längerfristig mehr Qualität und Wirtschaftlichkeit erreichen | |
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| 17.05.2005 - 11:55 Uhr, Kaufmännische Krankenkasse - KKH | |
Hannover (ots) - Die Kaufmännische Krankenkasse - KKH startet | |
Ausgezeichnetes Geschäftsjahr 2004 für die Zur Rose Gruppe
Die Zur Rose Gruppe steigerte im Geschäftsjahr 2004 den Umsatz um 10 Prozent auf CHF 340,0 Mio. Beide Geschäftsbereiche (Ärztegrossist und Versandapotheke) haben ihre Kundenbasis ausgebaut und zum Umsatzplus beigetragen.
Auf Gruppenebene resultiert auf Vergleichsbasis ein Betriebsgewinn (EBIT) von CHF 4,8 Mio. (Vorjahr: CHF 5,7 Mio.) und ein Reingewinn von CHF 4,3 Mio. (CHF 3,9 Mio.). Der Medikamentenversand in Deutschland ist mit dem Versand des ersten Pakets im Dezember 2004 angelaufen und entwickelt sich erfreulich.
Die Zur Rose Gruppe weist für das Geschäftsjahr 2004 einen Umsatz von CHF 340,0 Mio. aus (Vorjahr: CHF 309,6 Mio.). Die Umsatzzunahme von 10 Prozent wurde ausschliesslich in der Schweiz erarbeitet, da das Deutschlandgeschäft erst seit Beginn 2005 operativ tätig ist. Der Geschäftsbereich Ärztegrossist (B2B) trug 85 Prozent zum Umsatz bei (Vorjahr: 92%), der Bereich Versandapotheke (B2C) partizipierte mit 15 Prozent (8%).
Innerhalb der Zur Rose Gruppe steigerte die Apotheke Zur Rose AG (Ländergeschäft Schweiz) den Betriebsgewinn (EBIT) um 8 Prozent auf CHF 6,8 Mio. (CHF 6,3 Mio.). Die EBIT-Marge von 2,0 Prozent wurde damit gehalten. Der Reingewinn betrug CHF 5,4 Mio. gegenüber CHF 4,8 Mio. im Vorjahr, was einer Gewinnmarge von 1,6 Prozent entspricht (1,5%).
Auf Stufe Zur Rose Gruppe beläuft sich der EBIT für 2004 auf CHF 3,0 Mio. (CHF 5,7 Mio.) und der Gewinn auf CHF 2,5 Mio. (CHF 3,9 Mio.). Die Differenz zum Ergebnis des Schweiz-Geschäfts respektive zum Vorjahresergebnis der Gruppe ist primär auf den 2004 vollzogenen Systemwechsel von der Genussscheinausschüttung zu einer Verbesserung der Konditionen zurückzuführen. Unter Ausschluss dieses Sondereffekts in Höhe von CHF 1,9 Mio. resultiert für das Geschäftsjahr 2004 auf Vergleichsbasis ein EBIT von CHF 4,8 Mio. und ein Reingewinn von CHF 4,3 Mio. Das Ländergeschäft Deutschland weist für 2004 ein negatives Ergebnis von CHF 3,3 Mio. aus. Der Verlust entspricht der geplanten Höhe und ist als Folge der Initialaufwendungen für den Aufbau des Medikamentenversands in Deutschland angefallen.
Ende 2004 beschäftigte die Zur Rose Gruppe 210 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Mitarbeiterzahl in der Schweiz hat sich im Verlauf des Berichtsjahrs von 198 auf 189 reduziert. In der Schweiz arbeiteten 129 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Geschäftsbereich B2B, 60 im Bereich B2C. Deutschland beschäftigte Ende Jahr 21 Personen. Der trotz höheren Umsatzes rückläufige Personalbestand belegt die Effizienzsteigerung der betrieblichen Abläufe. Entsprechend stieg der Umatz pro Mitarbeiter (auf Vollzeitstellen umgerechnet) auf CHF 2,3 Mio. (CHF 2,2 Mio.).
Quelle: ZurRose
| VERSANDAPOTHEKE BAD STEBEN Für die Logistik wurde eine Fabrik angemietet / 20 Mitarbeiter kümmern sich um täglich 1000 Bestellungen aus ganz Europa |
| Medikamente per Klick jetzt auch auf Türkisch |
![]() Die ehemalige Blusenfabrik in der Oberstebener Straße in Bad Steben stand lange Zeit leer. Nun ist seit gut einem Jahr wieder Leben eingekehrt: Telefone klingeln, Mitarbeiter eilen hin und her, Computer-Bildschirme flimmern. Unzählige Päckchen verschiedener Größe türmen sich in den Räumen. Angestellte schnüren ein Paket ums nächste. Die Scanner, die die Sendungen erfassen, piepsen pausenlos. Wie ein EKG, das die Herzfrequenz eines Menschen anzeigt, so sind die Töne der Scanner der Pulsschlag des Unternehmens. Sie künden von Hochkonjunktur. Die Versand-Apotheke in Bad Steben boomt.
BAD STEBEN – „Wir wachsen täglich“, freut sich Karlheinz Ilius, Chef der Luitpold-Apotheke in Bad Steben. Seit Anfang 2004, als durch das Gesundheitsmodernisierungsgesetz (GMG) auch in Deutschland der Weg für den Versandhandel mit apothekenpflichtigen Medikamenten geebnet wurde, betreibt er neben seinem konventionellen Geschäft die Versandapotheke. Hier können Kunden per Internet, Fax, Brief oder Telefon Waren bestellen. Dabei ist es egal, ob es sich um rezeptpflichtige oder frei verkäufliche Arzneimittel handelt. Einzige Ausnahme sind Betäubungsmittel. Die Waren können entweder abgeholt oder durch einen Paketdienst zugestellt werden.
Gut eineinhalb Jahre nach Start der Versand-Apotheke hat Ilius allen Grund zur Freude: Was mit zwei Mitarbeitern begann, die im Keller der traditionsreichen Luitpold-Apotheke im bayerischen Staatsbad die Päckchen für die Versand-Kunden aus ganz Europa schnürten, ist zu einer großen Versand-Apotheke geworden. Schon längst wurde die Logistik-Abteilung aus den Kellerräumen der Luitpold-Apotheke in die ehemalige Blusen-Fabrik in der Oberstebener Straße ausgelagert. Und aus den zwei Mitarbeitern sind 20 geworden. Etwa 1000 Bestellungen aus der gesamten Europäischen Union werden mittlerweile täglich bearbeitet. Im April klickten sich 75 000 Gäste aus der ganzen Welt in den Bad Stebener Online-Shop.
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Im April 75 000
virtuelle Besucher
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Nun hat Ilius ein weiteres Projekt in die Tat umgesetzt: Seit April dieses Jahres gibt es die Internetseite www.eczane-online.de – das Pendant zur deutschen Homepage www.medikamente-per-klick.de. Nur komplett in Türkisch.
Die Idee, eine Versand-Apotheke für in Deutschland und Europa lebende Türken anzubieten, reifte aber nicht allein im Kopf des Bad Stebener Apothekers: Zahlreiche deutsche gesetzliche Krankenkassen, die mit Ilius kooperierten, hatten sich mit Bitte, eine eigene Internet-Apotheke für ihre türkischen Versicherten anzubieten, an den Chef der oberfränkischen Versand-Apotheke gewandt.
Eczane-online, was übersetzt Online-Apotheke heißt, kann bereits in den ersten zwei Wochen nach ihrem Internet-Debüt an die 1000 Zugriffe pro Tag verzeichnen. Daraus ergaben sich die ersten Bestellungen, die inzwischen ausgeliefert sind. Fahrretin Oluk aus der Nähe von Marburg betreut zusammen mit fünf in Deutschland lebenden Türken die „Tochter“ von „Medikamente-per-Klick“. Zu diesem Job gekommen ist der Ökonom allerdings beinahe wie die Jungfrau zum Kinde.
Oluk war selbst Kunde in Ilius' Versand-Apotheke und gab bei seiner ersten Bestellung an, über welche Homepage er auf „Medikamente-per-Klick“ aufmerksam geworden war. Das war eine seiner eigenen, denn Oluk betreut gleich mehrere Internetseiten. Das Bad Stebener Apotheken-Team wurde hellhörig. Ilius sah sich zusammen mit seinem Vertriebs-Mitarbeiter Heinz Wiedel, der einige Jahre beim holländischen Online-Apotheken-Pionier Doc Morris angestellt war, den jungen Mann genauer an. So wurde aus dem neuen Kunden ein neuer Mitarbeiter.
Und der ist des Lobes voll: „So etwas gibt es in der gesamten Europäischen Union nicht! Nur in der Türkei selber. Aber da kann man höchstens Pflaster und so bestellen rezeptpflichtige Medikamente aber nicht.“ Ähnlich euphorisch auch die ersten Reaktionen der türkischen Kunden: „Eine Frau, die noch nicht einmal Kundin war, hat bei unserer Hotline angerufen und sich bedankt, dass diese Dienstleistung auf Türkisch angeboten wird“, sagt Oluk.
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Sprachbarriere ——————
Somit dürfte Apotheker Ilius mit seiner neuen Geschäfts-Idee genau am Puls der Zeit liegen: In Deutschland leben etwa 2,4 Millionen Türken. Wegen der Sprachbarriere und der kulturellen Hemmnisse ist für viele Türken der Weg in die Apotheke nicht selbstverständlich. Die Schwierigkeit, Beschwerden und Wünsche zu formulieren, könnten mitunter zur medizinischen Unterversorgung führen, glauben die Bad Stebener Versand-Apotheker. Daher auch der Wunsch von deutschen gesetzlichen Krankenkassen, die viele türkische Versicherte haben, eine Online-Apotheke in Türkisch anzubieten. Ilius tat es – eine telefonische Hotline mit muttersprachlichen Mitarbeitern inklusive.
Doch wie funktioniert eigentlich eine Versand-Apotheke? Karlheinz Ilius gewährt einen Blick in den Ablauf: Bei rezeptpflichtigen Medikamenten schickt der Kunde das Original-Rezept per Post nach Bad Steben. Alle Rezepte landen auf dem Tisch von Martina Reitzner. Die pharmazeutisch-technische Assistentin kümmert sich ausschließlich um rezeptpflichtige Bestellungen. Mit einem speziellen Scanner wird das Rezept in einen Computer eingelesen; gleichzeitig werden die Kundendaten für weitere Bestellungen und zur Kontrolle des Auftrages gespeichert. Dann wird automatisch ein Packzettel ausgedruckt, den Reitzner mit dem Original-Rezept vergleicht, bevor die bestellten Medikamente verpackt werden. Jeder Packzettel hat einen eigenen Strichcode. Der ist so ähnlich wie der Fingerabdruck eines Menschen – also einzigartig und unverwechselbar. Der Strichcode enthält alle Daten über die Bestellung. Sind die Päckchen gepackt, wird bei der Endkontrolle noch einmal der Packzettel mit dem Inhalt der Sendung kontrolliert: Die Ware wird noch einmal gescannt und mit dem Packzettel gegengescannt. „Fehler sind damit so gut wie ausgeschlossen“, sagt Ilius.
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Mehrfache ——————
Die pharmazeutische Angestellte Stefanie Lenk ist für die nicht rezeptpflichtigen Bestellungen verantwortlich. Diese werden größtenteils per Internet bestellt. Ein Rezept ist nicht nötig, da für diese Produkte keine ärztliche Verordnung erforderlich ist. Vom Eingang der Bestellung bis zum Versand des Päckchens werde aber mit der gleichen Akribie gearbeitet, wie bei den rezeptpflichtigen Medikamenten auch, versichert Lenk.
Am Packtisch begegnet man Daniel Franz. Er ist – wie fast alle, die hier arbeiten, – ausgebildeter pharmazeutisch-technischer Assistent. Ein Jahr lang hat er in der Luitpold-Apotheke Kunden am Tresen bedient, bevor er jetzt den Apotheken-Schrank mit Online-Lager tauschte. Nun ist der papierne Packzettel sein „Draht“ zum Patienten.
Viel läuft aber auch telefonisch über die Hotline ab. „Die telefonische Beratung ist oft intensiver als in der Apotheke“, weiß Apotheken-Chef Ilius. „Die Leute fühlen sich am Telefon freier, die Informationen sind intimer. Außerdem können gerade ältere Patienten leichter per Telefon Waren bestellen.“ Daniel Franz bestätigt aber auch, dass es Kunden gibt, die mit 70 und 80 Jahren ihre Arznei übers Internet bestellen – in Deutsch und seit kurzem nun in Türkisch. Weitere Sprachen würden derzeit programmiert, verrät Karlheinz Ilius.
Stefanie Lenk ist in der Versandapotheke von Karlheinz Ilius für die nicht rezeptpflichtigen Bestellungen verantwortlich
Den Apotheken-Tresen mit dem Online-Lager getauscht hat der pharmazeutisch-technische Assistent Daniel Franz. Die Arbeit macht ihm sichtlich Spaß. FOTOS: MÜHLBAUER |